10 Dinge, die du erst ab einem gewissen Alter zu schätzen lernst

Hold up. Es ist mir bewusst, dass ich mit 26 noch nicht die Weisheit habe, die ich hoffentlich in 50 Jahren für mich werde beanspruchen können. Jetzt, wo wir diese mögliche Kritik beiseite geschafft haben, können wir uns ja auf das Wesentliche konzentrieren: Auf Wertschätzung. Es gibt gewisse Dinge, die ich früher entweder gar nicht wahrgenommen oder schlicht mit einem Achselzucken akzeptiert habe. Ich bin zwar mit 20 ausgezogen, aber seit einigen Monaten lebe ich zum ersten Mal alleine, ici à Genève. Und ich muss echt sagen, mein Wertschätzungs-Barometer steigt stetig an.

1. Gekochtes Essen: Rohes Essen muss regelmässig verarbeitet werden, um essbar zu sein. Nicht, dass ich niemals gekocht hätte. Aber tägliches Kochen kann schon ein bisschen mühsam (und teuer) sein. Ich vermisse es, einfach an den Tisch sitzen und etwas Leckeres in mich hineinschaufeln zu können. Ausserdem merke ich, dass eine Geschirrspülmaschine ein Luxusgerät ist. Ein Luxusgerät, welches ich leider nicht besitze.

2. Utensilien: Wenn wir schon beim Thema Nicht-Verhungern sind, gibt es da einige Dinge, die das Leben wirklich einfacher machen. Egal wie viele Verschwörungstheorien sich um sie ranken: Ich liebe meine Mikrowelle. Und ich habe mir sogar eine Knoblauchpresse gekauft, weil sie wirklich gefehlt hat. Was ist mit mir nur passiert.

3. Auswärts essen: Ich habe es als Kind gehasst, auswärts essen zu gehen. Es war mühsam und langweilig, deswegen suchte ich nach fantasievollen Ausreden, um nicht mitgehen zu müssen. Inzwischen bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich meine Eltern praktisch anflehe, mit mir in ein Restaurant zu gehen. Feed me, bitte.

4. Alleine leiden ist doof: Wenn ich einsam und alleine in meinem Bett vor mich hin huste und Kleenex tatkräftig unterstütze, vermisse ich meine Mama. Niemand hat so Mitleid mit dir wie deine Mutter, die dir hausgemachte Mittel einflösst und dich pflegt. Freunde sind zwar auch toll, aber sie wollen eigentlich gesund bleiben. Wo ist nur die Solidarität.

5. Geld: Kurz und bündig. Es war mir schon immer bewusst, das Geld nicht auf Bäumen wächst. Aber wie schnell Geld verpufft und für wie viele unfreiwillige Zwänge man es ausgeben muss, das wird einem erst später bewusst. Stromrechnungen zum Beispiel sind echt fies.

6. Vielseitige Freunde: Interessengemeinschaften sind nicht mehr mein Ding. Partyfreunde, Eins-Trinken-Gehen-Freunde, Sportfreunde, Unifreunde, etc. – alles Kategorien, die in Ordnung sind, aber meine Freunde sollen gefälligst in mehr als eine Schublade passen. Denn wer nicht mehr endlos Zeit hat, der muss sie auch sinnvoll einsetzen. Tolle Gespräche, Spass und gemeinsame Interessen sollen bitte Hand und Hand gehen.

7. Rabatte: Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal so ein Heftli-Durchblätterer werden würde. Dieses Durchblättern hat natürlich auch einen Sinn. Als Studentin suche ich nach Rabatten. Oh, Weichspüler ist im Angebot, juhui.

8. Google Maps: Ab einem gewissen Punkt wirst du nicht mehr von deinen Eltern überall hin begleitet oder von deinem Freund/deiner Freundin loyal abgeholt. Ausserdem wirst du neue Örtlichkeiten erkunden müssen, die du nicht schon kennst. Deswegen an dieser Stelle eine inbrünstige Liebeserklärung an Google Maps: Ich wüsste nicht, was ich ohne dich machen würde. In der Dunkelheit der Nacht; in einem einsamen Ecken der Erde, hilfst du mir, wieder den Weg nach Hause zu finden. Ausser ich habe keinen Akku mehr.

9. Ehrliches Feedback: Das mag von Mensch zu Mensch variieren, aber in der Alterskategorie konnte ich Kritik nur schwer wegstecken. Es kam mir dann wie ein persönlicher Angriff vor. Inzwischen schätze ich ehrliches Feedback, sei es für meine Arbeit oder für mein Verhalten. Denn nur das bringt einen wirklich weiter und erlaubt einen echten Blick in den Spiegel (den man leider selbst putzen muss).

10. Power-Naps und frühes Zubettgehen: Quengeln wegen einem Mittagsschlaf? Niemals. Power-Naps muss mir niemand mehr aufzwingen, ich mache es freiwillig, wenn ich denn nur Zeit dafür habe. Ausserdem ist es richtig wohltuend, manchmal um 20:30 ins Bett zu gehen. 20:30 fühlte sich mit 15 an wie 14:30. Jetzt will ich zu dieser Zeit ab und zu einfach nur noch schlafen.

 

Ähnliche Beiträge

Tags: , , , , , , , , , , , , , , ,


Einen Kommentar schreiben