10 Dinge, die mich das WG-Leben vermissen lassen

Ja, ich vermisse mein WG-Leben. Das ist vielleicht ein Satz, den man nicht allzu oft hört – meistens geht ein Klagegeschrei los, wenn Freunde oder Bekannte über ihre Erlebnisse im Nicht-Allein Wohnen erzählen. Gottseidank ist es vorbei! Immer dieser bekiffte Freund meiner Mitbewohnerin! Die Küche sah manchmal aus! In solchen Situation kann ich mitlachen, aber nicht mitreden. Meine 5 Jahre in einer WG verliefen harmonisch, wir sind immer noch gut befreundet und ich denke gerne an die Zeit zurück, die verrückt, aber gleichzeitig sehr vertraut war. Im Spezifischen gibt es einige Dinge, die ich an meiner WG vermisse. Allein Wohnen hat seine Vorteile, aber ist auch irgendwie ein bisschen einsam, auch wenn man nur wenig Zeit zu Hause verbringt. Ich brauche ein Meerschweinchen. Shout-out zu der besten ehemaligen Mitbewohnerin, ever. Ich werde ganz emotional!

1. Magisches Toilettenpapier: Ich muss ganz ehrlich sein. Irgendwie dachte ich während diesen 5 Jahren, WC-Papier wachse auf Bäumen, denn irgendwie hatte es immer welches da. Inzwischen musste ich ab und zu panisch feststellen, das dem nicht so ist. Und meistens war es natürlich schon zu spät, weil wir ja in der guten alten Schweiz leben mit den wunderbaren Öffnungszeiten leben. Shit.

2. Sound-Check: Musik hören geht immer. Aber natürlich immer anständig, immerhin habe ich ja Nachbarn. Allerdings fehlt mir alleine der Mut, die Musik dieses kleine Spürchen zu laut an einem Samstagabend aufzudrehen. Besuch ist nicht das Gleiche, denn wenn man den Zusammenschiss kassiert, ist schliesslich nur der Anwohner verantwortlich. Geteilte Schuld ist halbe Schuld, immerhin.

3. Unnötiges Weintrinken: Wohl besser für die Leber, aber irgendwie doch etwas öde, wenn nicht alles als Vorwand dafür genutzt wird, eine Flasche Wein zu öffnen. Erfolgreicher Tag? Öffnen wir eine Flasche! Zeit für einen Film? Zeit für Wein! Streit mit dem Freund? Streit mit dem Zapfen! Alleine finden sich irgendwie weniger Anlässe.

4. Keine Privatsphäre: Türen zu schliessen habe ich nie wirklich gelernt, denn in unserer WG war eigentlich 24h Tag der offenen Tür. Duschen und gleichzeitig aus dem Nähkästchen plaudern ist absolut normal. Ins Zimmer zu kommen und die Mitbewohnerin auf dem Bett Chillen sehen ebenfalls. Jetzt ist mein Studio so unglaublich meins. Schräg, das Ganze.

5. Mein Essen, unser EssenIch vermisse es, Essen meiner Mitbewohnerin verschwinden zu lassen und zu merken, dass mein letztes Joghurt gegessen wurde. Es war immer ein Geben und Nehmen. Meins ist Deins, sozusagen. Und jetzt fällt das Ganze einkaufen auf mich, genau wie das Kochen. Argh.

6. Arbeitsteilung: Ich freue mich wahnsinnig auf diesen epischen Moment, wo ich endlich nicht mehr in einer Studentenbude leben darf, sondern mir eine Wohnung mit Geschirrspüler leiste. Dieses unterschätzte, heissgeliebte Haushaltsgerät, das einem das Abwaschen von Hand weitgehend erspart. Nicht, dass wir in unserer WG eine hatten. Aber immerhin musste ich nur Abtrocknen. Inzwischen fühle ich mich versklavt, weil ich alles machen muss.

7. Alltagsgeschichten: So sehr WhatsApp und Sprachnachrichten auch Nähe schaffen, es ist nie das Gleiche wie wenn man nach Hause kommt und gleich der anderen Person alles erzählen kann, was heute passiert ist. Ganz egal, ob es nur eine Kleinigkeit war oder etwas Wichtiges – Hauptsache den Tag gemeinsam revue passieren lassen.

8. Ablenkung ahoi: Für meine Produktivität war es vielleicht weniger förderlich, aber alleine am Pult sitzen zu müssen und dem Berg Arbeit ins Auge sehen zu müssen, ist schon etwas angsteinflössend. Wenn der Anschiss kam, konnte ich vorher wenigstens auf Ablenkung zählen, die mir garantiert kein so schlechtes Gewissen einflösste wie mein eigenes Spiegelbild.

9. Balkonsessions: Ab April war bei uns Zeit für Balkonien. Dieses Chillen in Trainerhosen, Turmfrisuren und Barfuss fehlt einfach. Ausserdem ist es seltsam, wenn keine toten Pflanzen mehr auf dem Balkon stehen, um die sich niemand kümmert. Ich mache mir nicht einmal die Mühe, welche zu kaufen und dann verelenden zu lassen. Immerhin hast du, meine liebe ehemalige Mitbewohnerin, das noch gemacht. Auch wenn ihre Überlebenschancen sehr gering waren.

10. Drück mich: Freunde kann man immer zu sich einladen. So viel telefoniert wie seit meiner Zeit alleine habe ich sowieso noch nie. Aber ab und zu braucht man einfach spontan eine Umarmung, die man nicht einplanen kann. Einfach so, ohne Grund. Und das ist das, was ich am allermeisten vermisse.

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