Die Typenfrage

Ich ertappe mich nicht gerne selbst beim Generalisieren, aber es passiert. Oft ist es eher eine Vereinfachung, denn alle Nuancen und Details erklären zu wollen dauert oft einfach zu lange. Ausserdem sollte die Tatsache, dass es immer auch Ausnahmen gibt, die sogar in der Überzahl sein mögen, implizit mit verstanden werden. Aber in den letzten Monaten fällt mir selbst auf, dass ich das Wort “Typ” (und nicht als Synonym für Mann, sondern Stereotyp, leider) zu oft verwende. Shame on me.

“Typen” sind das Äquivalent einer schwarz-weissen Welt, der es an Grautönen mangelt. Trotzdem sind sie nützlich, denn je älter man wird, desto eher fallen einem Ähnlichkeiten zwischen Menschengruppen auf. Je länger man beim Dating-Karrussel mitmacht, desto schneller seufzt man am Telefon mit der Freundin und meint: “Das ist so ein Typ, der…” Schade, denn damit ist der Tunnelblick ein bisschen vorprogrammiert. Andererseits ist der erste Eindruck oft entscheidend und nicht immer falsch. Der berühmte Vibe, den man von jemanden bekommt, ist essenziell. Und ab und zu klingt dieser Vibe wie ein nerviger Ohrwurm, der auf und ab gespielt wird.

Bei der Optik ist es ähnlich. Dort kann man aber mental weniger dagegen ankämpfen. Wenn ich meinen Typ Mann beschreibe, kommen zuerst Charaktereigenschaften. Wenn es ums Äussere geht, würde ich liebend gerne sagen, ich sei offen für alles und die Sympathie sei der einzige wirklich entscheidende Faktor. Nur wäre das nicht hundertprozentig wahr, denn Anziehungskraft ist zwar stark von dieser Sympathie geprägt, aber eben nicht ausschliesslich. Ich gebe mir aber bewusst Mühe, nicht nur grosse, braunäugige und langhaarige Typen mit Intellekt zu treffen. Ein Man-Bun ist nicht alles  –  aber beim Intellekt, da wird es bei der Kompromissbereitschaft eng.

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