Eine liebevolle Message an Weihnachtshasser

Sie kriechen aus allen Ecken, wenn die Adventszeit naht. Mit zusammengekniffenen Augen starren sie die Menschen an, die glücklich an Weihnachtsmärkten die frierenden Hände mit Glühwein aufwärmen und ihre Weihnachtseinkäufe erledigen. Es sind die Weihnachtshasser, die diese Jahreszeit nicht ausstehen können. Besonders diese Twinkle Lights, die so wahnsinnig geschmackslos sind.

Es sind die Grinches unter uns, die am liebsten den Monat Dezember überspringen und die Läden boykottieren würden, die bereits im November erste Weihnachtsartikel im Sortiment haben. Weihnachten sei ein kommerzielles Fest, erfunden für die Geschäfte, nörgeln sie. Das ist Ansichtssache und teilweise auch nur schwer widerlegbar. Sie haben bis zu einem gewissen Grad sogar recht. Aber das ganze Fest gleich hassen – muss das denn sein?

Anscheinend liegt es auch an Tante Lisa und an ihrem schrecklichen Ehemann Herbert, den handysüchtigen kleinen Cousins oder an der übertrieben traditionellen Grossmutter. An Weihnachten sieht man Familienmitglieder, mit denen man sonst wenig bis nichts zu tun hat. Und weil man sich die Familie halt naturgemäss nicht aussuchen kann, wird das Weihnachtsfest somit zu einem erzwungenen Beisammensein, wo anständige Fragen mit noch anständigeren Antworten konkurrieren und sich alle ein bisschen kollektiv unwohl fühlen. Jedenfalls wird es mir so erzählt, denn ich empfinde das Ganze als eine willkommene Abwechslung. Niemand behauptet, man müsse gleich die ganze Hausfassade zu einem fast erblindenden Fest der Sinne umwandeln und dazu “Last Christmas” auf Repeat laufen lassen, während parallel dazu Guezli im Ofen gebacken werden. Ob man will oder nicht – Weihnachten wird nicht verschwinden, genau so wenig wie Tante Lisa. Geschenke müssen nicht sein, aber Griesgram auch nicht. Vielleicht ist zu dieser Zeit alles ein bisschen anders. Aber nichts, was man mit ein paar Tassen Glühwein nicht überbrücken könnte.

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