Freizeit: Ich fliege!

Was für ein catchy Titel, nicht? Leider ist es mir immer noch nicht möglich, ohne Hilfsmaschine zu fliegen, obwohl ich mir das als Mini-Me – so wie viele andere Kinder eben auch – sehnlichst gewünscht habe und es wohl immer noch tue. Ich fliege heute noch in die Vereinigten Staaten, um meine Familie zu besuchen. Im wunderschönen Owatonna, von dem bestimmt noch niemand jemals etwas gehört hat. In Owatonna gibt es genau eine Bar, die “Dog Pound Bar”, in der breitschultrige Trucker Limonade trinken. Owatonna befindet sich im Gliedstaat Minnesota, von dem wohl die meisten ebenfalls noch nie etwas gehört haben, abgesehen von der dort sehr aktiven “Black Lives Matter” Kampagne und Marshall von “How I met your mother”.

Es gibt ja bekanntlich Menschen, die sich richtig freuen, wenn sie in ein Flugzeug steigen dürfen. Ich gehöre definitiv nicht zu dieser Kategorie. Zwar nicht, weil ich als Grumpy Cat durch die Welt laufe, sondern weil es mir schlecht wird. Wenn ich nicht einmal rückwärts im Zug sitzen kann, dann könnt ihr euch ja vorstellen, wie es mir vor allem bei Abflug/Landung und Turbulenzen geht. Das kleine Säckchen im Vordersitz wurde für Leute wie mich entworfen, genau wie diese seltsamen Uhr-Gadgets, die angeblich durch ihre Impulse meinen zickigen Magen milde stimmen sollen. Wenn ich fliege, sehe ich aus, als hätte ich eine Urwaldtour geplant. Wasserflasche, Sprays, eben genanntes Gadget, Pillen und Schutzanzug (ist ja immer so kalt, dort drinnen).

Dann setze ich mich widerwillig auf meinen Platz, obwohl immer noch ein Funke Hoffnung in mir schlummert, dass ich einen kleinen Teil der Reisezeit werde schlafen können (Erfolgsquote bei ca. 0, 5 %). Als Vorwort muss ich hier nun abringen, dass ich Kinder mag. Ich mag Kinder vor allem auch sehr, wenn sie nicht neben mir sitzen. Das klingt fies, ist aber nicht so gemeint. Denn es ist so, dass ich auf jedem – wirklich jedem – Transatlantikflug ein Kleinkind neben mir habe. Es ist ein Fluch, weil Kleinkinder eben noch klein sind und der Druck auf den Ohren und alles drumherum einfach noch ungewohnt ist. Dafür habe ich Verständnis, weswegen ich anfangs noch lächle und nicke und meine Armlehne mit dem kleinen Menschen teile. Meistens geht aber dann unsere Beziehung bergab. Es schreit, strampelt, klagt und schreit noch ein bisschen mehr. Bei meinem letzten 8h + Flug sass ein Baby neben mir, welches während meinem Dösen in aller Seelenruhe begann, eine Strähne meiner langen Haare zu essen. Vielleicht dachte es, meine Haare seien Spaghetti, ich weiss es nicht. Aber nachdem es einen Hustenanfall bekam, wachte ich auf. Es hatte meine Strähne immer noch im Mund. Die Mutter zog sie aus dem Mund heraus und gab mir wortlos meine von Sabber triefende Strähne wieder zurück. Oh, merci. Wie nett von Ihnen. Wenn ich so überlege, kann es eigentlich nur besser werden.

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