Freizeit: Lachkrämpfe dank Kaya Yanar
Für alle, die Kaya Yanar nicht kennen: Das tut mir wahnsinnig Leid für euch. Ihr verpasst etwas.
Vor vielen Monaten habe ich einmal ein Video von Kaya Yanar gepostet mit der Anmerkung, er sei mein liebster Comedian. Wer diesen Eintrag noch lesen will, sei herzlich dazu eingeladen. Für die, welche doch lieber etwas Visuelles wollen:
http://www.youtube.com/watch?v=qhEXgw6G4jc
Mein Herz war gebrochen, als keine neuen Folgen “Was guggst du?!” mehr hergestellt wurden. Irgendwie waren mir die Figuren ans Herz gewachsen: Der Inder Ranjid mit seiner geliebten Kuh, die Wahrsagerin, der Macho Francesco und vor allem der brutal krasse Hakan. Zugegeben: Ohne seine türkische Abstammung wäre Kaya Yanar wahrscheinlich nie so bekannt geworden, wie er es jetzt ist. Denn der Grossteil seiner Witze hat die verschiedenen Dialekte und Nationalitäten zum Gegenstand, wobei wir Schweizer natürlich nicht vergessen wurden.
Es wurde einmal gewünscht, ich sollte doch Ideen für Freizeitaktivitäten in die Leserunde werfen. Nicht, dass ich das Gefühl hätte, ihr würdet eure Zeit nicht klug nutzen, immerhin lest ihr gerade diesen Eintrag. Was ich euch aber nach dem letzten Woche wirklich ans Herz legen kann: Geht mit dem Freund/der Freundin oder natürlich mit dem Kollegenkreis ins Theater und schaut euch etwas Witziges an. Am besten Kaya Yanar, der momentan gerade die Schweiz zum Lachen bringt.
Mein Freund hatte nämlich die glorreiche Idee (ausnahmsweise nicht ironisch gemeint), Tickets für Kaya Yanar im National in Bern zu kaufen. Also trudelten wir wie gewohnt in letzter Minute ein und machten es uns auf dem Balkon gemütlich, mit perfekter Sicht auf die Bühne. Was einen richtig guten Comedian ausmacht ist die Fähigkeit, auch spontan witzig zu sein. Nachdem er also alle, die zu spät gekommen waren, gehörig auf die Schippe genommen hatte ging es ans Eingemachte: Die Schweizer.
Wer einen besonders ausgeprägten Nationalstolz hat musste während dieser Zeit weghören. Wir bekamen gehörig unser Fett weg, und ich lachte Tränen. Kaya stellte nämlich genau das fest, was meine Mam schon seit Jahren sagt: Eigentlich sei Schweizerdeutsch eine herzige Sprache, mit unseren “guezlis” und “bizlis”. Doch dann kommt plötzlich das schmerzliche Geräusch eines harten chrrrrrr und plötzlich ist die Sprache überhaupt nicht mehr süss. Dann lachte er uns auch noch wegen unserer Neutralität (“das wollen wir nicht!”) und unseren Geschwindigkeitslimiten aus.
Natürlich waren wir nicht die Einzigen, über die er sich lustig machte. Kroatisch wurde auch noch lauttechnisch analysiert. Der kroatische Sensenmann wurde zur Witzfigur als er uns beibrachte, dass der Tod auf kroatisch “Smrt” heisst (obwohl er doch eigentlich gerne Smart geheissen hätte). Zusammen mit der Mimik und den Betonungen war es schier unmöglich, still und ernst dort zu sitzen. Der Saal grölte und als wir nach Hause gingen hatte ich vor allem eines mitgenommen: Fürs Bauchmuskeltraining muss man nicht ins Fitness gehen, Lachen ist viel effektiver.
