Lesefutter: Esos cielos de Bernardo Atxaga
Momentan arbeite ich mich durch die rund 20 Geschichtsbände, die zu Hause in unserer Bibliothek stehen. Jeder will verstehen, warum die Welt so ist, wie sie ist. Wir wollen die Zeitung lesen und die Hintergründe und Ereignisse aller Artikel aufzählen können, um zu beweisen, dass wir die Vorgänge unserer Zeit verstanden haben. Wir sind grössenwahnsinnig.
Um mein Schulspanisch nicht zu verlernen, trug ich dieses Mal “Esos cielos” (Deutsch: Fenster zum Himmel) vom baskischen Schriftsteller Bernardo Atxaga in meiner Tasche nach Hause. Es ist ein Roman, der von einer ehemaligen ETA- Terroristin handelt, welche nach vier Jahren das Gefängnis verlässt. Vermischt mit Gedichten und Songtexten, erhält die Geschichte einen ganz eigenen Rythmus, der den Leser nicht loslässt. Man taucht ein in die Gedanken einer Person, die man sonst sofort verurteilen würde. Doch was wäre, wenn man wirklich in die Köpfe solcher Aktivisten blicken könnte?
“Esos cielos” behandelt ein Grundthema der Literatur: Den Begriff der Freiheit. Wie definiert man Freiheit? Ist es möglich, dass die Vergangenheit und frühere Taten einen Menschen niemals loslassen und das Leben zu einem Gefängnis umwandeln, aus dem man die flüchten kann? Gibt es Schuld ohne Sühne?
