Natalies Lebensweisheiten: Von Neujahrsplänen und Reality Checks

Irgendwie war es früher deutlich angenehmer, einen Wunschzettel an Santa Claus zu schreiben. Ich wünschte mir Luftschlösser und Einhörner, und niemand sagte mir als Kind, das sei unrealistisch oder gar unmöglich. Wünsche sind flexibel, sie unterliegen keinem Reality Check, denn vielleicht ist einigen naturgemäss die Unmöglichkeit der Erfüllung inhärent. Pläne dagegen sind konkreter, sollten wenn möglich machbar sein. Ein “richtiger” Plan ist kein Hirngespinst, sondern etwas, dass in näherer oder weiterer Zukunft Realität werden könnte oder zumindest sollte. Ergo: Wünsche sind definitiv cooler.

Wenn sich das Neue Jahr anbahnt, wird vor allem von zwei Dingen gesprochen:

1. Wie nervig es ist, sich die neue Jahreszahl anzugewöhnen.

2. Von den Plänen für die Zeitperiode nach Silvester, das grosse “Sich-Vornehmen”.

Es gibt etliche, die behaupten, sie würden sich diesen Stress nicht antun, aber seien wir ehrlich: Die Mehrheit tut es trotzdem, wenn auch vielleicht nur unterbewusst. Es gehört zum Neuen Jahr, sich selbst weiterentwickeln zu wollen und Änderungen anzustreben. Ich nehme mir jedes Mal vor Dinge vor, von denen mir von Vornherein klar ist, dass ich sie niemals ändern werde. Ich werde immer zuerst das Oreo-Cookie auseinandernehmen, um das Innere vorher zu essen. Ich werde mich niemals Monate vorher minutiös auf eine Prüfung vorbereiten oder den Kühlschrank komplett leer räumen und putzen. Man muss das Material, mit dem man arbeiten will, realistisch sehen. Kleine Schritte in Richtung Besseres Ich? Klar. Spagat zu Traumwelt? Ach, auch den werde ich nie mehr können, weil ich nicht mehr 12 bin.

Ich bin inzwischen dazu übergegangen, meine Neujahrsresolutionen als Wünsche zu bezeichnen. Das setzt mich selbst weniger unter Druck, macht den anderen weniger Hoffnung und es ist magischer, wenn sie überraschenderweise sogar den Sprung in die Wirklichkeit schaffen. Eines muss ich mir jedenfalls sicher nicht für 2016 auf meine mentale Liste schreiben: Rationales Denken. Immerhin kann man einem Pferd auch einfach ein Horn aufbinden und so tun, als sei es ein Einhorn.

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Einen Kommentar zu “Natalies Lebensweisheiten: Von Neujahrsplänen und Reality Checks”

  1. WaschLos sagt:

    Ich selbst bin ja nicht so der, der sich an kulturelle Ideologien hängt und sich große Taten vornimmt. Ich versuche eher im hier und jetzt meine Schwierigkeiten auszubügeln und Dinge anzugehen, als einmal im Jahr daran erinnert zu werden. Mit jedem Jahr merke ich, dass die guten Vorsätze, die so die Runde machen mich immer weniger jucken und sehe, dass mein tägliches Vorhaben so schnell voranschreitet, dass ich immer glückseeliger werde.

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