10 Dinge, die beweisen, dass du eher 30 als 20 bist

An dieser Schnittstelle zwischen 20 und 30 bin ich gerade, wobei ich mit der rechten Schulter an 26 anlehne. Ich bin näher an 30 als an 20, eine Tatsache, die mir immer wieder auffällt. Einige von euch haben diese Erlebnisse vielleicht noch vor euch, für andere sind sie möglicherweise bereits Alltag. Aber damn, ich hätte nie gedacht, dass sich die Hinweise täglich mehr verdichten würden. Hier also meine Liste von 10 Dingen, mit denen man sich identifizieren kann, wenn die 2 am Anfang des Alters immer weiter in die Ferne rückt.

1. Die Freuden des AlltagsIch habe vor einigen Wochen einen Spiralschneider bestellt, damit ich zu Hause gesunde Zoodles (Gemüse-Nudeln) machen kann. Und ich habe mich echt darauf gefreut und jeden Tag erwartungsvoll den Briefkasten geöffnet. Es geht um ein Kitchen Gadget. What is happening to me? HELP.

2. Die Sache mit der “Reife”: Wenn ich Konversationen von Teenies überhöre, muss ich oft innerlich schmunzeln (und vielleicht ab und zu die Augen rollen). Wenn sie mit vielleicht 15 oder höchstens 16 beklagen, dass sie niemand ernst nimmt, obwohl sie ihr Leben total im Griff haben. Natürlich, kenn ich. Ha. Ha. Ha.

3. Partytime: Ich gehe nach wie vor ab und zu gerne aus bis in die frühen Morgenstunden. Nur wird diese Definition von “spät” immer früher. Ausserdem dauert es bis etwa Mittwoch, bis ich mich vom letzten Samstag erholt habe.

4, Gutes Essen, muy importante: Als Kind gab es für mich nichts Schlimmeres, als wenn meine Eltern mich mit in ein Restaurant schleppten. Jetzt spitze ich meine Ohren, wenn meine Erzeuger davon reden, auswärts essen zu gehen. Darf ich mit?

5. Wein doch: Wenn ich ein Smirnoff oder Bacardi nur von weitem sehe, wird es mir schon schlecht. Während wir mit 18 die Tatsache feierten, dass wir nun diese ekelhaften Getränke legal kaufen durften, sitze ich jetzt lieber mit einem guten Glas Rotwein gemütlich auf dem Balkon und proste meinen Liebsten zu. Und ja, manchmal fühle ich mich ungemein erwachsen dabei.

6. Disneyfilme: Eigentlich Teeniefilme allgemein. Wenn ich darauf zurückblicke, gibt es doch befremdliche Momente. Zum Beispiel der Zeitpunkt, wo Arielle die kleine Meerjungfrau behauptet, mit 16 sei sie kein Kind mehr. Ich identifiziere mich inzwischen mehr mit den Eltern der Disneyfiguren als mit den Hauptcharakteren selbst. Oh Schreck.

7. Heirat und Babies, überall: Jedenfalls kommt es mir so vor. Langsam aber stetig baut sich ein gesellschaftlicher Druck auf, den ich gekonnt und überzeugt ignoriere. Nope, not ready. No thank you. Aber an Verlobungen und Hochzeiten von anderen  komme ich gerne, merci.

8. Studium vs. Arbeit: Für viele meiner Studienkollegen ist jetzt fertig lustig. Den Masterabschluss haben wir diesen Sommer in der Tasche, dann ist die Studienzeit offiziell beendet und der Ernst des Lebens fängt an. Ah, ups, das gilt für mich nicht, da ich noch ein Studium anhänge. Aber es ist eine Spezialisierung, über die ich zeitlebens froh sein werde. Den Blick auf das Bankkonto einfach sein lassen.

9. Weniger ist mehr: Noch vor 7 Jahren hatte ich so viele Freunde, von denen ich glaubte, ich könnte den Kontakt behalten. Je älter man wird, desto weniger Zeit ist da. Für 20 “enge Freunde” bleibt da einfach kein Platz. Obwohl ich den verlängerten Arm meines engsten Freundeskreises nach wie vor sehr schätze und unsere gemeinsamen Abende geniesse, habe ich kein schlechtes Gewissen deswegen mehr. Es geht ja allen gleich.

10. Das Phantom des Samstagabends: Es ist zwar nach wie vor selten, aber es ist ein paar Mal vorgekommen. Es ist Samstagabend, ich besuche meine Eltern übers Wochenende. Es geht gegen 20:00 zu. Meine Mam sieht mich an, als wäre ich ein Phantom: “Du bist noch da? Gehst du nicht irgendwo hin?” Meistens heisst die Antwort: Doch doch. Aber jetzt bin ich manchmal am Punkt angelangt, wo ich sage: Nein, heute will ich einfach nur zu Hause sein. Zeit für ein kollektives “Jööö”.

 

Ein offener Brief an die Nachbarn, die ich nicht vermissen werde

Randnotiz: Das ist ganz klar ein Mimimi-Post, aber mit einer Prise Humor. Ich bin nämlich echt kein Wutmensch, wisst ihr. . Wenn ich einer wäre, würde ich es offen zugeben. Aber in diesem Eintrag will ich alles rauslassen, als eine Art Selbsttherapie. Denn meine positiven Vibes gehen echt flöten, wenn ich an meine Nachbarn denke, jedenfalls an einen Teil davon. Das Wunderbare an Duplex-Wohnungen: 4 Nachbarn statt 2. Judihui. Deswegen hier ein öffentlicher Aufschrei, der diejenigen internen Schreie widerspiegelt, die ihr regelmässig in mir auslöst. 

Hallo zusammen.

Ich würde euch ja siezen, aber ganz ehrlich, wir sind ja alle in einem ähnlichen Alter. Ü20, jedenfalls physisch. Ihr seid nicht alle schlimm. Der Typ rechts von uns ist sogar echt nett und echt leise.  Aber eigentlich finde ich ein bisschen Lärm auch nicht weiter tragisch. Wir haben regelmässig Besuch, wir hören auch Musik, wir lachen ab und zu etwas zu laut. Das ist alles ganz normal. Unsere Wohnung ist auch ringhörig, das muss ich zugeben. Aber es gibt da ein paar Dinge, die ich loswerden will, bevor ich ausziehe.

Ich will nicht alles über euer Leben wissen, merci. 

Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ihr nicht wollt, dass wir alles von euch wissen. Es ist aber so. Ich weiss, dass der Teenager oben links nie die Wäsche macht, weil die Mutter sich lautstark über die “Tängus” (ich verstehe den Sinn dieser Abkürzung übrigens nicht – die Anzahl Buchstaben in “Tangas” ist identisch, aber okay) beschwert. Das wäre ja noch auszuhalten. Was ich aber wirklich nicht wissen muss, ist wie oft du, liebe Nachbarin unten links, von deinem Freund betrogen wurdest. Deine Wutanfälle und deine piepsige Stimme, die “Ich will doch einfach, dass du einmal freiwillig bei mir bleibst”, helfen da auch nicht weiter. Ein notorischer Betrüger wird auch ein solcher bleiben, wenn du es ihm 18 Mal verziehen – aber eben eigentlich ja doch nicht, sind wir ehrlich – hast. Meine Mitbewohnerin und ich sitzen manchmal auf dem Sofa, essen Popcorn und trinken ein Eve, während wir der Live-Telenovela nebenan zuhören. Wenn du aber dann Dinge durch die Gegend wirfst, wird es etwas ungemütlich. Deswegen schreie ich manchmal auch rüber, ihr sollt euch endlich trennen, euch und auch uns zuliebe. Ist nur ein gutgemeinte Ratschlag, weisst du.

Ich will auch nicht von euren Gesangskünsten profitieren, merci. 

Die Bäumliumarmer und Goa-Festival-Besucher oben rechts sind vielleicht friedfertiger, aber das kollektive Singen von “Kumbaya My Lord” geht echt zu weit, vor allem wenn es am Sonntag Morgen um 7:30 stattfindet. Ausserdem bin ich davon überzeugt, dass ihr eigentlich gar nicht redet, sondern immer singt. Das Leben ist aber kein Musical, jedenfalls möchte ich nicht unbedingt Teil davon sein. Das ist so ein bisschen creepy, wenn Leute aus dem Nichts in Gesang ausbrechen. Oben ohne den Gang entlang zu spazieren und dabei Gitarre zu spielen ist zwar auch ein bisschen schräg, aber hey, wenn es euch guttut – nur zu.

Tote Blätter sind keine Deko, merci. 

Wenigstens stehen wir dazu, dass unsere Tür komplett lieblos ist. Dafür sind wir sonst ziemlich freundlich: Wir halten die Lifttür für andere auf, helfen älteren Frauen beim Tragen von Einkaufstaschen und grüssen immer. Ihr klebt verdorrende Blätter an die Tür und schreibt dazu auf dem gelblichen Klebeband “Willkommen”. Daneben eine Handvoll Kastanien, die irgendwie einen Kreis darstellen sollen. Ich ging deswegen automatisch davon aus, dass ihr auf der grünen Schiene seid. Wir akzeptieren eure minder attraktive Deko, aber dafür könntet ihr wenigstens etwas Rücksicht auf eure Umwelt nehmen.  Mimimi.

Ich fühle mich befreit und gelassen. Bis nächsten Sonntag, um 7:30. Damn, ich werde euch echt nicht vermissen. 

 

 

Das Gesetz der Anziehung

An erster Stelle muss ich hier betonen, dass ich keine Expertin in Sachen Spiritualität bin, wenn es denn so etwas überhaupt gibt. Inwiefern meine Behauptungen einer anerkannten These entsprechen oder widersprechen, weiss ich nicht. Ich dümple ab und an in solchen Themen, die mich interessieren. Aber bei aller Liebe bin ich weder Energietherapeutin noch behaupte ich, eine allumfassende Wahrheit zu besitzen. Aber um genau sollte es doch bei solchen Dingen gehen: Etwas zu finden, das irgendwie Sinn macht; die Realität widerspiegelt, aber trotzdem in einem anderen Licht darstellt.

Grundsätzlich kann ich ohne zu zögern behaupten, dass ich ein positiver Mensch bin. Das liegt einerseits daran, dass ich in vielen Dingen in meinem Leben bisher Glück hatte. Es ist einfacher, positiv zu sein, wenn einem weniger Steine in den Weg gelegt werden. Trotzdem finde ich aber, dass Einstellungen eine bewusste Wahl sind. Es sind Veränderungen im Leben, die man sich bewusst vornehmen kann. Ich habe mich quasi dazu konditioniert, das Gute zu sehen – denn damit lebt es sich leichter und farbiger. Sich unnötig über Dinge aufzuregen, die man sowieso nicht ändern kann, sind ein Paradebeispiel dafür, wie eine Situation durch die eigene Vorstellungskraft nur noch schlimmer wird. Ab und zu muss man einfach die Schultern zucken und das Leben so hinnehmen, wie es halt eben gerade ist. Die Energie lässt sich definitiv besser einsetzen, das verspreche ich.

Deswegen umgebe ich mich auch bewusst mit Menschen, die mein Leben mit positiver Energie bereichern. Natürlich hat jeder Probleme und darüber sollte man auch sprechen. Aber es geht um den grundsätzlichen Vibe, die diese Person abgibt. Ihre Sicht auf die Welt, die nicht nur aus Schattenseiten und potentiellen emotionalen Erdrutschen besteht. Wer sich mit Negativität umgibt, wird auch eher Negatives anziehen, davon bin ich überzeugt. Wenn man es sich angewöhnt, das Schlechte zu sehen, wird einem auch immer zuerst das Problembehaftete auffallen. Das hat nichts mit Bäumen umarmen und Dachet-Kerzen zu tun, sondern bis zu einem gewissen Grad mit nackter Logik. Jedenfalls ist es das, was für mich the “Law of Attraction” ausmacht: Diese innere Ausgeglichenheit gepaart mit der Wahl, von einer Bandbreite an Eindrücken sich auf das zu konzentrieren, was einem schlicht selbst am besten tut. Wer Positives ausstrahlt, wird auch schnell merken, wie viele schöne Facetten die Welt zu bieten hat. Dafür müssen wir nur die Augen richtig öffnen.

Lieblingsprodukte der Woche (Mai 2017)

Schon eine Weile her, jetzt ist es wieder einmal soweit: Als fleissige (und glückliche) Produktetesterin wandern zwar viele Optionen in mein Badezimmer, aber die wenigsten verbleiben auch dort. Life is too short to use mediocre products. Es gibt durchaus tiefgründigere Lebensweisheiten, aber für den Beautybereich finde ich dieses Motto passend. Auch wenn es bei mir vor allem daran liegt, dass ich echt keinen Platz mehr habe für Dinge, die ich nicht brauche.

1. John Frieda “Sheer Blonde Brilliant Shine” Shampoo & Conditioner (in Coop City erhältlich, je 10.95)

Eine neue Linie von John Frieda! Von den günstigen Optionen, die so herumschwirren, ist John Frieda eine meiner Lieblingsmarken, wenn es um Haarpflege geht. Als Naturblondine ist es aber gar nicht so einfach, ein Produkt zu finden, welches die Farbe unterstreicht, aber nicht nur für gefärbte Haare gedacht ist. Es gibt eine Menge an Varianten, die einen allfälligen Gelbstich ausgleichen sollen, aber an ein Universalprodukt für alle Blondinen haben die wenigsten gedacht. Da wir von Natur aus auch oft dünnere (dafür aber auch mehr) Haare haben, ist es für mich auch wichtig, dass meine Pflegeroutine meine Haare nicht beschwert. Die “Sheer Blonde”-Linie verleiht nicht nur ein Strahlen und mehr Dimension, sondern gibt eben auch Volumen. Anscheinend enthält es zermahlene Perlen, welches die Lichtreflektion unterstützt. Inwiefern wir hier von echten Perlen sprechen, kann ich euch nicht sagen. Aber ich kann bezeugen, dass die verschiedenen Goldtöne mehr glänzen und mein Haar fluffig ist. Fluffig, welch tolles Wort.

2. Lancôme Hydra Zen “Anti-Stress Moisturising Beauty Essence” (in der Import Parfumerie erhältlich, 53.90 für 200 ml)

Ich musste dieses Produkt heute erwähnen, weil bei der Import Parfumerie momentan 20 % Rabatt online auf ausgewählte Lancôme Produkte anwendbar ist (https://www.impo.ch/de/Pflege/Gesicht/Tagespflege/Lancôme-Hydra-Zen-Neuroc-Beauty-Essen/p/5618540 , d.h. statt 53.90 jetzt 43.10) und der Preis auf den ersten Blick schon etwas schmerzt. Aber es ist jeden Rappen wert. Ich habe schon viele Produkte getestet, aber dieses ist wirklich (bis dato) einzigartig. Es ist sowohl für normale oder sensible Haut wie auch Mischhaut geeignet. “Beautyessenz” bedeutet hier, dass es weder eine Crème noch wirklich ein schweres Gel ist, sondern ein sehr leichtes Gel, welches bei Hautkontakt beinahe wässrig wird. Das klingt vielleicht nicht so überragend, ist aber sehr angenehm. Bekämpft wird eine gestresste Haut mit Rötungen, die sofort einen Feuchtigkeitskick erhält, beruhigt wird und gleichzeitig erfrischt. Vor allem nach dem Duschen oder dem Sport liebe ich es, dieses Produkt grosszügig auf dem Gesicht und dem Hals zu verteilen. Sooooo fresh.

3. Neutrogena “Handcreme Nordic Berry” (in Coop erhältlich, 5.80)

Allgemein bin ich ein grosser Fan der “Nordic Berry”-Reihe von Neutrogena, sei das nun die Bodylotion, die Fusscreme oder eben die Handcreme. Entwickelt wurde sie für trockene und beanspruchte Haut, die zusätzlich gestärkt und geglättet werden soll. Ich habe schon so viele Handcremes ausprobiert, die genau gar nichts gegen meine oft rauen, spannenden Hände tun. Spannend bezieht sich hier natürlich auf das unangenehme Gefühl von Haut, die spannt (Flachwitz). Der Duft ist unaufdringlich, aber angenehm. Das Beste daran ist aber, wie man sofort spüren kann, wie die Haut beruhigt wird und wie sich ein Schutzfilm darüber legt. Nicht zu empfehlen, wenn man danach gleich etwas schreiben will, weil der Stift direkt aus der Hand flutschen wird. Aber wer sich 10-15 Minuten gedulden kann, wird diese Handcreme lieben.

4. Clinique “Chubby Stick Intense” in der Farbe 04 heftiest hibiscus (in der Import Parfumerie erhältlich, 26.90)

Wieder im Sale für 21.50, übrigens: https://www.impo.ch/de/Pflege/Gesicht/Tagespflege/Lancôme-Hydra-Zen-Neuroc-Beauty-Essen/p/5618540.

Ganz grundsätzlich mag ich Lippenfarben gerne, die zusätzlich pflegen und meine Lippen nicht austrocknen. Ausserdem ist es mir zu mühsam, wenn ich eine leuchtende Farbe will, dafür aber mehrere Schichten auftragen muss. Ja, ich bin ein bisschen high maintenance. Die Chubby Sticks (intense oder normal) von Clinique sind in einer grossen Brandbreite von Farben erhältlich und sind auf den Lippen kaum spürbar, wenn auch definitiv nicht transfer-proof. Im Hinblick auf den nahenden Sommer greife ich am liebsten zu einem Rot mit einem orangenen Unterton, weil er einen gebräunten Teint unterstreicht und gleichzeitig die Zähne weisser wirken lässt. Ein sehr einfaches Makeup, weil dazu Mascara (allenfalls noch mit Lidstrich, wer es gerne dramatischer mag) und ein ebenmässiger Teint am besten passt. Summer, here we come!

 

Die Sache mit dem Interesse

Schreiben ist meistens eine Art Selbsttherapie. Bezogen auf Dinge, die ich im Leben realisiert, gelernt, (endlich, jedenfalls halbwegs) verstanden habe, sei das in Bezug auf mein Umfeld, mich selbst oder auf das Universum per se. Es ist wie ein schriftliches Festhalten von Erkenntnissen. In Momenten des Schwankens oder der Zweifel ist es ganz praktisch, wenn man auf solche Momente der Klarheit zurückgreifen kann. Andererseits ist es auch ein Teilen mit der Hoffnung, dass andere sich damit identifizieren können. À la: You are not alone. Und nein, das ist nicht auf Aliens bezogen.

Ich merke immer wieder, wie schnell ich mein Interesse verliere. Das bezieht sich in meinem Fall in erster Linie auf Menschen. Klingt asozial, ist aber überhaupt nicht so gemeint. Schöngeredet könnte man auch behaupten, ich sei anfänglich einfach begeisterungsfähig. Neue Bekanntschaften haben es so an sich, dass es einen ganzen Pool an (potentiellen) unentdeckten Eigenschaften gibt, die echt spannend sein könnten. Dieses “können” birgt aber die Gefahr, dass man sich zu viel erhofft oder es der eigenen Fantasie zu viel Projektionsfläche verschafft. Versteht mich nicht falsch – ich erweitere gerne meinen Bekanntenkreis und mag Menschen eigentlich ganz generell. Vielleicht liegt es an vergangenen Erlebnissen, aber möglicherweise ist es auch einfach eine Charaktereigenschaft. Denn relativ schnell merke ich jeweils, wie ich mich immer weniger interessiere. Parallel dazu frage ich mich dann meistens, was mit mir nicht stimmt. Wie kann es sein, dass es mir so schnell “absteut”, ein wunderbares schweizerdeutsches Wort, dass diesen allmählichen Shut-down der anfänglichen Begeisterung beschreibt. Ich habe die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches, würde man meinen.

Aber hey, ich bin nicht alleine. Meinen engsten Freundinnen geht es oft genau gleich. Wir reflektieren dann im Nachhinein darüber, an was es liegen könnte. Zu hohe Erwartungen? Zu wenig Geduld unsererseits? Fehlende Zeit im Leben allgemein? Who knows. Wahrscheinlich ist es ein Mix von allem. Andere fangen immer wieder neue Hobbies an und hören urplötzlich ohne erkennbaren Grund einfach damit auf. Trotzdem kann ich nicht aufhören, zu denken, es sei vielleicht eine Ausgeburt unserer Generation, die bekanntermassen zu viel zu schnell erwartet. Die Welt schuldet uns nämlich gar nichts. Wir bauen unser Umfeld selbst auf und nicht jeder Baustein muss perfekt sein.