Gibt es so etwas wie zu viel Ehrlichkeit?

Vor einiger Zeit habe ich darüber geschrieben, dass “direkt sein” auch seine Schattenseiten haben kann. Als Person, die definitiv einen Hang zu too much als too little Direktheit hat, kann ich ein Lied davon singen. Es gibt wenige Dinge, die mich mehr stressen, als Gerüchte, die hinter dem Rücken der Betroffenen brodeln. Ehrlichkeit oder zumindest der Mut, jemanden direkt mit etwas zu konfrontieren, scheint vom Aussterben bedroht zu sein. Aber wieso?

Die Wahrheit ist nicht immer schön. Das sollte aber nicht automatisch bedeuten, dass man andere davor beschützen muss oder sollte. Fremd- vor Eigenschutz – anderen den Spiegel vorzuhalten ist nicht angenehm, aber manchmal eben nötig. Gleiches gilt natürlich umgekehrt auch. Wenn jemand ein Problem mit mir hat, ich (meistens) wieder einmal ein emotionales Trampeltier oder zu hart war, möchte ich das wissen. Und zwar nicht erst Wochen oder gar Monate später, sondern so früh wie möglich. Denn eine kleine Wunde kann zu einer offenen Verletzung führen, wenn der Verletzende es nicht merkt. Ab irgendeinem Punkt gibt es kein Zurück mehr, jedenfalls kein richtiges Zurück. Bevor man diese Sackgasse erreicht, sollte man aber zumindest die Chance erhalten, umzukehren, ohne dass das Benzin ausgeht und man in einer auswegslosen Situation stecken bleibt.

Etwas anderes ist das Lästern. Lästertanten begegnet man immer und überall. Vermeidbar sind sie nicht, aber relativ schnell erkennbar. Regelmässig auch daran, dass sie ein überdurchschnittliches Interesse am Leben von anderen zeigen, gleichzeitig aber relativ wenig von sich selbst preisgeben. Das Leben von Bekannten wird so zu einer Quelle für Geschichten, die die Lästertante aus quasi erster Hand anderen weitergibt. Ein bisschen sensationsgeil, das Ganze. Unglaublich nervenaufreibend für Menschen wie mich, die tief und fest daran glauben, dass man Geheimnisse von anderen für sich behalten soll. Es muss nicht einmal ein Geheimnis sein, denn das Leben der anderen ist eben ihr Leben und keine Story anderer. Wenn sie andere daran teilhaben lassen wollen, sollen sie das. Aber ich werde es bestimmt nicht tun.

An meiner neuen Uni hier in Genf lebt es sich bestens. Ich habe wundervolle Menschen aus aller Welt kennen gelernt. Doch obwohl die meisten Mitte 20 sind, erinnert mich vieles an Geschichten aus der Oberstufe. A mag B nicht, allerdings umarmen sie sich innig wenn sie einander in de Cafeteria sehen. C hatte etwas mit D, aber eigentlich wäre er mit E zusammen. D und E sind aber befreundet. Während alle Parteien lächeln, wird gemunkelt, getuschelt, gemeckert. Sorry Leute, aber ich bin mal weg. Das ist seit etwa 2009 nicht mehr mein Ding, wenn es denn das jemals überhaupt war.

Beauty Favorites für Fasnacht

Last Minute Tipps für das Styling an der Fasnacht gefällig? Hier kommt die Rettung. Nach vielen Jahren mit verschmierten Lippen, Glitzer überall (nur nicht da, wo er eben eigentlich hätte bleiben sollen) und gereizter Haut nach x Schichten Gesichtsfarbe kann ich mit Überzeugung sagen, dass ich einige der besten Produkte gefunden habe, um das aufwendige Makeup zum Kostüm haltbar zu machen. Vielleicht gehört ihr auch zu denen, die in allerletzter Minute in die Stadt rennen, um Fasnacht-ready zu sein. Übrigens kann man bei Impo bis 17:00 bestellen und erhält sie dann am nächsten Tag gratis geliefert. Aus eigener Erfahrung echt praktisch. Oder ihr habt an der Chesslete gemerkt, dass der angekündigte Temperatursturz real ist. Jedenfalls: Hier einige Helfer in der Not, die ich nur empfehlen kann.

Pflege, Pflege, Pflege

Raue Hände, spröde Lippen, trockene Haut – nicht unbedingt Erinnerungen, die man nach dieser närrischen Zeit haben möchte. Handschuhe sind Pflicht, aber für eine Extraportion Pflege greife ich zu der “Deep Comfort Hand and Cuticle Cream” von Clinique (Import Parfumerie, 30.90, https://www.impo.ch/de/Pflege/Hand-%26-Fuss/Hand/Clinique-Deep-ComfortHand%26CuticleCr-75ml/p/4640188). Für den Alltag weniger geeignet, weil es eine Weile dauert, bis das Produkt einzieht. Aber für eine Verwöhnkur vor dem Schlafen oder als Schutzschicht für Fasnachtshände absolut perfekt.

Gleiches gilt für die “Pep-Start Pout Restoring Night Mask” von Clinique (ebenfalls Import Parfumerie, 22.90, https://www.impo.ch/de/Pflege/Gesicht/Lippenpflege/Clinique-Pep-Start-Resto-Night-Mask-10ml/p/6028994). Allgemein sollte ein Pflegebalsam in die Manteltasche gehören, aber je nachdem, wie aufwendig das Lippenmakeup ist, ist das Nachpflegen nicht immer so einfach. Deswegen trage ich nach dem Abschminken diese Lippenpflegemaske grosszügig auf. Sehr feuchtigkeitsspendend und reparierend. Love!

Für durstige Haut gibt es eine tolle Maske, die dem fahlen Teint wieder Leben und Feuchtigkeit schenkt: Die “SOS Comfort Nourishing Balm Mask” von Clarins (Import Parfumerie, 45.90, https://www.impo.ch/de/Pflege/Gesicht/Masken/Clarins-Masque-sos-confort-75ml/p/6041148). Nach einer langen Nacht habe ich selten die Motivation, eine Maske aufzutragen, die ich nachher auch mühsam entfernen muss. Diese kann man einwirken lassen und so belassen (mit einem Schutzfilm), oder man entfernt die Reste unkompliziert mit einem Wattebausch. Lieblingsmaske, wenn es um intensive Feuchtigkeit geht.

Es glitzert

Damit man ein dramatisches Makeup von einem Karnevals-Makeup unterscheiden kann, verwende ich oft Glitzer. Immerhin soll das Ganze auch Spass machen. Unspassig (und gefährlich) wird es, wenn der Glitzer nicht am Platz bleibt und ins Auge wandert. Der Trick mit Augentropfen funktioniert bei mir nicht wirklich. Deswegen setze ich auf den “Glitter Primer” von NYX (bei Coop City oder bei Import Parfumerie online erhältlich, 11.90, https://www.impo.ch/de/Make-up/Gesicht/Primer/NYX-glitter-primer/p/6067007?WT.mc_id=Adwords&WT.srch=1&gclid=EAIaIQobChMIrK7Q5dKY2QIVjpztCh3GagPmEAYYAiABEgJA2PD_BwE). Er eignet sich für die Anwendung bei Augen, Gesicht und Lippen. Einfach mit einem Wattestäbchen oder einem Pinsel dort auftragen, wo der Glitzer dann kleben soll, und Glitzer auftupfen. Effektvollen Glitzer gibt es von verschiedenen Marken, aber mein momentaner Liebling ist von The Body Shop. Ich will ja ehrlich mit euch sein: Ich bin nicht ganz sicher, ob er noch erhältlich ist. Aber er sieht auf dem Foto einfach auch echt hübsch aus. Ansonsten gibt es passend zum Glitter Primer auch tolle Glitzer von NYX. Einfach reinschauen und nach Lust und Laune ausprobieren!

Langanhaltend, s’il vous plaît

Als Grundlage für jedes Makeup, sei es Foundation oder Gesichtsfarbe, trage ich den Primer “Pore Filler” von NYX auf (Coop City oder Import Parfumerie online, 14.90, https://www.impo.ch/de/Make-up/Gesicht/Primer/NYX-Pore-Filler/p/4680843?WT.mc_id=Adwords&WT.srch=1&gclid=EAIaIQobChMI2bbzzNSY2QIVA7ftCh3dogF6EAQYAyABEgIunfD_BwE). Wichtig: Er ist ölfrei und enthält Vitamin E, der die Haut geschmeidig macht und optimal vorbereitet.

Für die Wimpern bevorzuge ich allgemein die nicht-wasserfesten Varianten, aber grundsätzlich sind diese am zuverlässigsten. Diese “I love Extreme Mascara” von Essence (ca. 3.95 bei Coop City) ist nicht nur preiswert, sondern verleiht den Wimpern auch einen dramatischen Schwung und verdichtet sie. Damit erübrigen sich mühsame Fake Lashes.

Apropos wasserfest: Neuerdings gibt es von NYX eine Linie Lippenstifte, die wasserfest sind. Zuerst war ich leicht skeptisch, aber nachdem ich den Lippenstift 8h getragen habe und er nicht nur ein Glas Wein, sondern auch ein ganzes Abendessen heil überstanden hat, war ich überzeugt. Die Rede ist hier vom “Full Throttle Lipstick” von NYX (8.50 bei Coop City, diverse Nuancen). Supermatt, sehr langanhaltend, effektiv wasserfest. Aber Achtung: Er trocknet aus diesem Grund auch leicht aus, deswegen vorher die Lippen gut pflegen.

Abgesehen davon kann ich nur noch sagen: Viel Spass Leute, man sieht sich an der Fasnacht!

 

Das Leben mit Studentenbudget. Autsch.

Das Leben als Studentin hat viele Sonnenseiten. Die Flexibilität, das Lernen-Dürfen (denn es ist schliesslich kein Müssen, auch wenn es einige so darzustellen scheinen), die langen Ferien. Es ist eine Zeit, in der man sich selbst und seine eigenen Interessen wirklich kennen lernt. So sehr ich also mein Studentenleben schätze, gibt es da so ein klitzekleines Thema, welches regelmässig beim Anblick des Bankkontos dazu führt, dass ich einen Schreikrampf unterdrücken muss: Das Budget.

Glücklicherweise habe ich den besten Nebenjob der Welt. Jeder denkt da anders, aber die Unabhängigkeit von den Eltern ist mir wichtig. Sie stützen mich, helfen mir mit den Studiengebühren und der Krankenkasse, aber bei dem soll es auch bleiben. Es gibt Studenten, die sich mit 25 noch komplett von den Eltern finanzieren lassen. Das wäre mir schlicht unangenehm, denn meine Eltern arbeiten lange und hart für ihr Geld. Deswegen würde ich sie nie fragen, ob sie mir meine Reisen quer über den Globus oder meine Kleidung bezahlen. Ich kann diese Dinge, die eben gerade Luxus sind und nicht überlebensnotwendig, viel mehr geniessen, wenn sie aus meiner eigenen Tasche bezahlt werden. Ohne schlechtes Gewissen.

Aber dann kommt eben die Budgetplanung, die halb aus Realitätskonfrontation und halb aus bewusster Realitätsverleugnung besteht. Es geht schon so weit, dass ich manchmal absichtlich meine Brille oder Kontaktlinsen zu Hause lasse, wenn ich Geld abhebe. The sweet bliss of ignorance. Seit ich in Genf verweile, ist das Ganze noch viel schmerzhafter geworden. Inzwischen habe ich mir eine Sammlung an Konservendosen angelegt, für die Stunde 0. Mich trifft regelmässig fast der Schlag, wenn ich die Preise für Essen sehe. 3.80 für 4 Äpfel? Waren Äpfel nicht immer die Dinge, die ich im Znüni-Sack so herzlos und undankbar, gar grollend entgegennahm? Entschuldigt den Pathos, aber ihr versteht schon den Drift. Ich brauche das Aktionsheftli, bitte.

Natürlich beklage ich mich auf hohem Niveau. Und trotzdem ist der Umgang mit Geld etwas, das man erst ab einem gewissen Alter richtig lernt oder eben lernen muss. Avocados sind im Essensolymp so etwas wie die goldbetuchten Götter meiner Träume, zusammen mit den überteuerten Shrimps (danke meerfreie Schweiz, wirklich). Stattdessen heisst es Umsteigen von Poulet auf Trutenfleisch, Aktionspack und eine überfüllte Gefriertruhe, weil grössere Packungen manchmal eben preiswerter sind. Ich steige mit meinen Bons und Treuekarten in den Ring. Und es ist in Ordnung so, denn das alles gehört dazu. Lasst mich nicht mit dem Wein aus dem Tetrapack an den Studipartys beginnen. Das ist eine Story ganz für sich.

 

Die Sache mit dem Pech

Pech kommt selten in Massen. Entweder ganz oder gar nicht, könnte jedenfalls bei mir das Motto sein. Meistens überstehe ich meinen Alltag relativ stressfrei. Ein bisschen Unglück gehört auch irgendwie dazu – wenn alles immer komplett rund laufen würde, wäre es fast ein bisschen langweilig. Aber wenn Pech, dann eine Lawine davon, die mich ächzend darunter begräbt.

Ich schreibe gerade von Alexandria aus diesen Eintrag. Ägypten ist  erwartungsgemäss chaotisch, spannend, kulturell faszinierend. An meiner Uni habe ich Freunde aus Kairo und Alexandria getroffen. Und wie es dann so geht, sassen wir alle zusammen und beschlossen spontan, Flüge hierhin zu buchen, politische Lage und Militärdiktatur hin oder her. Mit lokalen Leuten lebt es sich echter, denn die pure Touristenperspektive ist nicht das wahre, realitätsgetreue Erlebnis. Das Pech hat an sich nicht viel mit dem Land zu tun, aber ich musste trotzdem grinsen, denn im Ausland fällt es einem richtig auf, wenn das Unglück sich gerade multipliziert. Denn man spricht die Sprache nicht, kennt meistens niemanden und Google ist nicht der beste Lehrer, wenn es um Gepflogenheiten geht. Aber ausgerechnet hier hat das Pech beschlossen, mich heimzusuchen. Unser gemietetes Haus in El Gouna litt an einem Wasserleck: Überschwemmungen und Stromschlaggefahr inklusive, deswegen mussten wir in ein Hotel umziehen, wo es weder warmes Wasser noch schliessende Türen gab. An praktisch jedem Ort, an dem wir uns befanden, lag das Wifi flach. Wir nehmen es mit Humor, denn es gibt natürlich Schlimmeres. Und trotzdem musste ich mich fragen, warum das Unglück immer gerade dann ins Leben tritt, wenn man es am wenigsten gebrauchen kann. Viele sagen, es sei stimmungsabhängig. Schlechte Laune lässt einen Unglück suchen, sozusagen. Doch ab und zu gibt es einfach diese eine Pechsträhne, die sich schier endlos hinzieht und sich in allen Lebenslagen breitmacht. Der berühmte Domino-Effekt, vielleicht. Seit Wochen werde ich vom Pech verfolgt. 8 Wochen Infektionen, Prüfungen an der Uni deswegen verschoben, dann wieder krank, und so weiter und so fort. Mit einer optimistischen Einstellung lässt sich alles leichter ertragen, aber wer wie ich ans Karma glaubt, fragt sich dann doch ab einem gewissen Punkt, ob man das denn wirklich verdient. Andererseits stellt es einen auf die Probe. Als überzeugte Optimistin versuche ich mich deswegen nicht entmutigen zu lassen. Alles halb so schlimm. Denn wenn man sich über Pech in den Ferien beklagt, ist man wenigstens in den Ferien, oder?

Zuggedanken.

Wer pendelt, kennt das. Im Zug kann es laut und chaotisch sein, gleichzeitig setzt aber ab einem gewissen Punkt der Zugmodus ein. Diese Blase, eingebettet in abgenutztem Plüsch mit leicht veralteten Mustern, die mit Ruhe gefüllt ist. Introperspektiv ist sie; die Gedanken sind manchmal linear und folgen den Gleisen, andere Male fühlt es sich eher wie eine Achterbahnfahrt an. Dieses Aus-dem-Fenster-Starren und zusehen, wie die Welt an einem vorbeizieht, hat etwas Beruhigendes. Das eigene Gesicht spiegelt sich milchig in den Zugfenstern. Ich tendiere sowieso zum “overthinking” – etwas, das ich gerne ändern würde, denn es macht jede Situation umso komplizierter. Zugfahren ist für Menschen wie mich gefährlich, denn an keinem anderen Ort denke ich so viel über mich selbst und mein Leben nach. Es ist dieses Stoppen, Aussteigen, Einsteigen, Losfahren – dieser immer wieder gleiche Ablauf, der trotzdem jedes Mal anders ist. Es erinnert mich dann an den Alltag, der zwar oft einen regelmässigen Ablauf hat, aber mit Unregelmässigkeiten gespickt ist. Unregelmässigkeiten, die das Leben umso bunter und aufregender machen können, gleichzeitig aber die Balance zu zerstören vermögen.

Ich habe mir für das neue Jahr nicht viel vorgenommen. Ja, ich gehöre zu den Skeptikern, denn grundsätzlich sollten Änderungen immer dann angestrebt werden, wenn sie einem selbst auffallen. Aufschieben und dann mit Vollgas dahinter mag für andere funktionieren, in meinem Fall selten bis nie. Aber grundsätzlich ist es etwas Gutes, wenn man selbstreflektiert und dort ansetzt, wo es hapert – egal wann und aus welchem Grund. Meine Vorsätze beginnen fast immer mit einer langen Zugfahrt. Lange heisst mindestens 1,5 Stunden, vorzugsweise im ersten oder letzten Zug, wo alle noch halb schlafen und die Gedanken noch etwas träge sind, mit der Zeit aber an Fahrt gewinnen. Jetzt, da ich in Genf lebe und die Zugfahrten nach Hause fast zwei Stunden dauern, hat mein overthinking Hochsaison. Aber hey, nicht jede Angewohnheit kann man ändern. Es geht darum, zu lernen, die Gedanken in die richtige Fahrbahn zu lenken und eine schöne Destination auszuwählen.