Freizeit: Ausziehen und Straussengefühle

Diese Meldung vorweg: Ja, ich lebe noch. Ja, ich schreibe noch. Allerdings bin ich momentan ein Umzugszombie, der auf Sparflamme viel zu schwere Kisten in meine erste Wohnung trägt, die viel zu weit oben ist (3. Stock, Minilift). Deswegen war ich in letzter Zeit offline.

Dieser Eintrag wird offiziell ein Blitzeintrag. Ich habe nämlich genau 6 Minuten, bis ich wieder losrennen und das Auto mit Kisten vollpacken darf. Es herrscht Aufbruchstimmung!

Vor einiger Zeit habe ich mich in einer Kolumne gefragt, ob ich vielleicht wirklich fähig bin, flügge zu werden. Mam hat manchmal Tränen in den Augen, obwohl sie es zu verstecken versucht- Ich weiss nicht, ob sie nur deswegen weint, weil ihr kleines Mädchen auszieht, oder weil sie meine Überlebenschancen allein als relativ gering einschätzt. Im Dschungel des Haushalts bin ich nämlich kein Raubtier, sondern einer dieser Papageien, über die ich in 20 Minuten (oder doch Blick am Abend? Wo waren doch gleich mehr Rechtschreibefehler?) einen kurzen Bericht gelesen habe. Anscheinend sind sie so dämlich, dass sie die Raubtiere sogar noch auf sich aufmerksam machen und sich selbst als Leckerbissen anbieten. Oder noch schlimmer: Ich bin ein flugunfähiger Strauss.

Es ist nicht so, als hätte ich keine Ahnung. Ich hatte meine Aufgaben, die ich zu Hause regelmässig im Haushalt zu erledigen hatte, und natürlich habe ich die mit Bravour gemeistert (unauffälliges Räuspern mütterlicherseits). Ich kann waschen, einigermassen gut kochen, zahle meine Rechnungen und habe meine leichte Putzphobie abgelegt.

Es ist aber seltsam, in mein halbleeres Zimmer zu treten, in dem ich 20 Jahre lang gelebt habe. Ich kann vielleicht fliegen, aber bisher wusste ich, dass ich immer jemanden hatte, der mich retten konnte, falls etwas schief laufen sollte. Mam sagt, es sei der Anfang vom Ende. Sie meint damit, dass ich mich immer mehr lösen werde, bis ich gar nicht mehr auf meine Eltern angewiesen bin. Sie vergisst dabei aber eines: Ich werde immer mit ihnen verbunden sein, egal wo ich gerade bin. Es ist ein Gefühl, welches niemals abbricht, ein Band, welches nie zu zerreissen vermag. Es ist nicht der Anfang vom Ende, sondern der Anfang vom Beginn.

Natalies Filmidee: Keinnasenhase

Lesehinweise: Dieser Text steht unter strengstem Copyright, trotz der überbordenden Ironie. Das Patent für die Marke ist bereits angemeldet. Der Eintrag kommt übrigens besonders gut zur Geltung, wenn man ihn mit penetrant hoher und irritierender Stimme vorliest. Darf ich vorstellen? Mein Alter Ego Natalie the Film Producer.

Vor einigen Tagen hatte ich einen Geistesblitz, einen Einblick in meine wahre Berufung. Ich muss dabei zwar eingestehen, dass ich nicht ganz inspirationslos war. Vergesst aber an dieser Stelle den Film “Keinohrhasen” von Till Schweiger. Das Original mag zwar sehr amüsant sein, aber es ist so was von yesterday. Jetzt tritt einer neuer Filmstar ins Rampenlicht, den ich bereits vorgestellt habe, bevor ich von seinem unglaublichen Talent wusste: Nahla. A star is born!

Sie hat mir unmissverständlich klargemacht, in welchem Film sie ihre erste schillernde Hauptrolle spielen will, der ihr zu Ruhm und Weltberühmtheit verhelfen wird: “Keinnasenhasen” (Natalie Productions). Sie musste meinen etwas langsameren Künstlergehirn auf die Sprünge helfen, indem sie mir einen Hinweis gab. Denn Nahla hat dank meinen Kindheitserinnerungen in Stofftierform eine grosse Auswahl an Spielzeugen, die sie zerstören, zertrampeln oder zu Krüppeln machen kann. Doch ihr Liebling ist ganz klar der kleine Hase “Bunneli” (Offensichtlich war ich als Kleinkind noch nicht sehr einfallsreich).

Anstatt Bunneli ein Bein auszureissen hat sie ihm demonstrativ die Nase abgebissen und ihn zu dem gemacht, was er ist. So wurde es mir schlagartig klar: Keinnasenhasen sind the Next Big Thing! Damit könnte man sicher richtig Geld scheffeln: Merchandise wie T-Shirts, Bettwäsche oder sogar Kafeetassen…

Aber ehrlich gesagt bin ich noch nicht so weit. Ich kann mein Studium nicht aufgeben, um mit Nahla nach Hollywood zu ziehen. Denn ich bin nicht eine dieser Mütter, die sich über den Erfolg ihrer schwarzhaarigen Hundekinder definiert. Oh, Please!

Outfit of the Night: Farbige Outfits: Das violette Kleid

Vor einigen Wochen bekam ich von der Leserin Miriam ein Mail. Darin steht: “Ich finde deinen Blog wirklich super. Das Einzige, was ein bisschen Schade ist, dass du so selten Modeeinträge machst. Ich habe im April Geburstag und würde gerne ein farbiges Kleid tragen. Ich weiss aber nicht genau, wie ich es kombinieren soll. Kannst du vielleicht einen Blogeintrag machen?…”

Danke für den Hinweis, liebe Miriam. Wünsche und Anregungen nehme ich gerne entgegen. Allerdings bin ich keine Modeexpertin, nur so am Rande bemerkt. Also bitte nicht enttäuscht sein, wenn ich nicht über die Vorteile des Stoffes und über den herausragenden Schnitt des Kleides schwärme.

Viele meiden in kälteren Jahreszeiten farbenfrohe Kleidung. Das ist absolut in Ordnung, allerdings trage ich Farben, wenn ich gerade Lust dazu habe. Und weil sie mich fröhlich stimmen, greife ich im Winter erst recht danach. Für die ganz Mutigen war der Color-Blocking Trend letzten Sommer ein Muss. Die Kombination Violett-Türkis-Gold gefiel mir persönlich am besten.

 Für die, welche es etwas subtiler bevorzugen (oder die in einer überschaulichen Stadt und nicht in einer Mega-Metropole leben, so wie ich) sind farbige Accessoires ein einfacher Weg, um etwas Farbe ins Spiel zu bringen. Wie wäre es mit einem schwarz-weiss Outfit mit roten Schuhen? Oder Nude-Töne mit einer gelben Tasche? Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Frühling geht es mir Color-Blocking weiter, allerdings eher mit Pastelltönen. Hellhäutigen wie mir steht das besser als kräftige Farben.

Der sicherste Weg ist immer noch Ton in Ton. Den habe ich auch für dieses Outfit gewählt: Die Schuhe sind in der gleichen Farbfamilie gehalten und wirken durch Schwarz und mattes Silber etwas weniger auffällig. Wenn schon nur eine Farbe, dann sollte wenigstens die Form interessant sein. Rüschchen sind eigentlich nicht so mein Ding, aber durch den speziellen Schnitt des Kleides wirken sie nicht ganz so mädchenhaft.

Am wichtigsten ist es, dass man sich in der Farbe, die man trägt, auch wirklich wohl fühlt. Mit Blau ist man meistens auf der sicheren Seite, an meinem Geburtstag trug ich ein rotes Kleid. Schön ist auch ein metallicfarbenes Kleid mit neutralen Schuhen und Accessoires, oder eben Color-Blocking. Hauptsache Spass, denn dabei sollte es bei Mode immer gehen.

 

Natalies Lebensweisheiten: Smartphone oder doch Dumbphone?

Randnotiz: Technisch Begabte mögen bei diesem Titel vielleicht den Kopf schütteln. Mir ist bewusst, dass diese Geräte Smartphones genannt werden, weil sie mehr Computerfunktionalität aufweisen als die früheren Walkie-Talkies in Handyform, Wikipedia sei Dank. Ich möchte damit auch überhaupt nicht behaupten, ich hätte besonders gute Technikkenntnisse, da dies sicherlich nicht zutrifft. Aber da ich bereits in der Kolumne “Technikgenie” auf dieses Thema eingegangen bin, lasse ich es nun beiseite. Die Wahl zwischen “Dumbphone”, “Stupidphone”  und “Annoyingphone” ist sowieso viel wichtiger.

In letzter Zeit schwelge ich in fiktiven Erinnerungen an frühere Zeiten, die ich zwar gar nicht miterlebt, mir aber wunderbar vorstellen kann. Ein Grund dafür ist der immerwährende Kampf mit meinem Handy. Einerseits bin ich traumatisiert, weil mein Name in der Schule immer wie “Natel-ie” ausgesprochen wurde, obwohl das zweite “a” nun wirklich unübersehbar ist. Zweitens bin ich genervt, weil mein angebliches Smartphone manchmal gar nicht so schlau ist.

Mein Handy ist weiblich. Obwohl ich eigentlich strikt dagegen bin, dass Frauen eher zickig genannt werden als Männer, muss ich das nichtsdestotrotz sagen. Es hat nämlich regelmässig seine Tage. Zugegeben: Einige Male ist es mir vielleicht aus der Hand gerutscht und auf den Boden gefallen. Möglicherweise werfe ich es auch oft auf mein Bett, anstatt einfach aufzustehen und es hinzulegen. Trotzdem kann ich mich nicht damit abfinden, dass es regelmässig spidert (mein neues Wort für “spinnt”, vgl. letztwöchige Kaya-Show). Wenn ich ins Internet will, wird der Bildschirm schwarz. Telefoniere ich mit einer Freundin, hört sie mich plötzlich nicht mehr, obwohl ich guten Empfang habe. Auf einmal ist es einfach abgestellt, und ich muss den Akku herausnehmen und es wieder anlassen.

Es ist irritierend. Unsere Vorfahren und Eltern haben auch lange Zeit ohne Handies überlebt. Und ich ebenfalls, kommt mir gerade in den Sinn. Mein erstes Handy war das himmelblaue Nokia 3410. Ja, das waren noch Zeiten…Kann sich jemand noch an das Spiel “Snake” erinnern? Das war eine tolle Zeitverschwendung. Heute könnte ich es mit einer App in seiner ursprünglichen Form auf mein Dumbphone laden. Aber es ist einfach nicht das Gleiche.

Oder was meint ihr?

Notizen an mich selbst: Stinktier statt Minipig?

Dass ich tierlieb bin, ist wohl offensichtlich. Wie ich schon mehrmals erwähnt habe, besitze ich nämlich einen imaginären Zoo. In meinem Eintrag “Lustmolche auf meinem Blog” ist eine leicht einsehbare Wunschliste. Leider hat keiner, der mir nahe steht, den nicht gerade subtilen Hinweis verstanden. Auch gestern, am liebevollen Valentinstag, habe ich vergeblich auf mein lang ersehntes Minipig gewartet. Statt eines neuen Haustiers habe ich nur Rind auf dem Teller gehabt, was kein grosser Trost war. Besonders nicht, wenn ich daran denke, wie mein Freund beim Wildessen im Restaurant auf mein weiches Tierherz anspielte und sein Essen als “Bambi” bezeichnete. War ja klar, dass es mit dem Minipig nichts wird.

Trotzdem habe ich die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben. Die Kaya Show hat mich dazu inspiriert, meinen Wunschzettel zu erweitern. Wenn es mit Schnu dem Gnu auch nicht klappt, dann wünsche ich mir eben ein Stinktier. Vergessen wir also die Vorurteile und seht euch dieses überzeugende Video an. Ich wollte schon immer einmal “Das Parfüm” mit einem Stinktier auf dem Schoss schauen. Nur der Ironie wegen.

http://www.clipfish.de/special/die-kaya-show/video/3735526/die-kaya-show-ranjids-haustiercheck-stinktier/