Wanderlust

Reisen. Schon das Wort klingt magisch, weil es Erinnerungen heraufbeschwört, die weder durch die Linse einer Kamera noch auf irgendeine andere Art festgehalten werden können. Es sind Gefühle, Gerüche, das Herzklopfen. Es sind Windstösse, die das Haar wild durcheinander wirbeln liessen und Fingerspitzen, die nach mehr greifen. Horizonte, die von Minute zu Minute erweitert werden und ein befreites Lachen, weil in diesem Moment einfach alles stimmt.

Für jeden bedeutet Reisen etwas anderes. Es würden vielleicht nicht alle die damit verbundenen Emotionen so beschreiben, wie ich es oben getan habe. Aber genau das ist das Faszinierende. Menschen, die zwar am gleichen Ort waren, aber dort Erfahrungen machten, die kein anderer auf die genau gleiche Weise erlebte. Aber in einer Sache sind wir uns wahrscheinlich einig: Die Welt entdecken ist wertvoll und eine der sinnvollsten Investitionen, die eine Person machen kann. Ich versuche jeden Tag, eine neue Facette dieses riesigen Erdballs zu entschlüsseln. Aber vor allem im Ausland bekomme ich die nötige Distanz, die einerseits Dankbarkeit (home sweet home) und andererseits Abenteuerlust in mir weckt. Ich brauche diesen Abstand manchmal, um eingehend über Dinge in meinem Leben nachdenken zu können. Das Umfeld ist komplett ausgewechselt, das einzige Bekannte ist man selbst und der Mensch oder die Menschen, die einen begleiten. Dieses Neue zwingt mich, das Altbekannte in einem anderen Licht zu sehen. Probleme erscheinen kleiner und weniger zentral, Erkenntnisse hetzen Träumen hinterher. Wanderlust nennen es einige, aber der Endpunkt dieses Wanderns ist dann wieder das eigene Ich. Aber dieses Ich hat Seiten an sich entdeckt, die vorher möglicherweise unbekannt waren. Dieses Ich ist eben wandelbar.

Läck, das klang jetzt echt dramatisch. Aber manchmal braucht es einfach eine Ode an das Leben.

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